008 - Welches Equipment benötigst du für die Sternenfotografie?

008 Equipment für MilchstrassenfotografieWelches Equipment benötigst du, um die Milchstraße zu fotografieren? Und welche Kameraeinstellungen sind dafür notwendig?

Für die Nachtfotografie ist ein Stativ ein muss. Da wir die Milchstraße erst dann zu Gesicht bekommen, wenn es absolut dunkel ist, ist ein lichtstarkes Weitwinkelobjektiv zwingend erforderlich.

Warum ein Weitwinkelobjektiv?

Nun, neben dem Vordergrundmotiv, das unser Bild interessanter macht, ist die Milchstraße das Hauptmotiv. Somit sollte der Himmel minimal 70% des Bildes einnehmen. Mit einem Weitwinkelobjektiv sorge ich dafür, dass ich neben dem Vordergrundmotiv einen großen Bereich des Himmels mit aufs Bild bekomme.

Warum ein lichtstarkes Objektiv?

In der absoluten Dunkelheit möchte ich die einzelnen Sterne, die die Milchstraße auf dem Himmel zeichnen, als helle Punkte auf dem Sensor abbilden. Je offener die Blende des Objektivs, umso geringer die notwendige Lichtempfindlichkeit, also die ISO Zahl, die ich einstellen muss. Bei hohen ISO Werten beginnt das Bild stark zu rauschen. Daher bin ich bemüht die ISO Zahl so groß zu wählen wie nötig, aber so klein zu halten wie möglich.

Beim Betätigen des Auslösers wackelt der gesamte Body unmerklich, was jedoch zur Verwacklungsunschärfe im Bild führt. Nun gibt es zwei Methoden, wie man dem Wackeln der Kamera vorbeugen kann. Entweder man verwendet einen Fernauslöser, so dass keine direkte Krafteinwirkung beim Auslösen auf die Kamera übertragen wird oder man verwendet den Selbstauslöser der Kamera. Bei der Variante mit dem Selbstauslöser dauert es, je nach Einstellung, zwischen 2 und 10 Sekunden bis zur Aufnahme. Dadurch hat die Kamera genug Zeit in den stabilen Ruhezustand zu kommen. Ich empfehle dir einen Fernauslöser zu benutzen. Damit bestimmst du selbst gezielt den Zeitpunkt der Aufnahme und musst keine Verzögerungszeiten in Kauf nehmen.

Um die Einstellungen an der Kamera im Dunkeln vornehmen zu können bietet sich eine Stirnlampe an.  

Benötigtes Fotoequipment:

  1. Kamera
  2. Stativ
  3. Fernauslöser
  4. lichtstarkes Weitwinkelobjektiv
  5. Stirnlampe oder Taschenlampe
  6. Ein Ersatzakku und ggf. eine weitere SD Karte

Einstellungsparameter an der Kamera:
Da die Erde sich unaufhörlich dreht, hinterlassen die Sterne bei einer Langzeitbelichtung Streifen auf dem Foto. Ich möchte jedoch funkelnde Sternpunkte der Milchstraße auf dem Foto sehen. Somit muss die Belichtungszeit so kurz gewählt werden, dass diese Streifenspuren erst gar nicht entstehen.

Die ideale Belichtungszeit steht in Abhängigkeit von der gewählten Brennweite.
Als Faustformel gilt:

a) für Vollformat Sensoren, ideale Belichtungszeit = 500 / Brennweite
b) für APS-C Sensoren, ideale Belichtungszeit = 300 / Brennweite

Das bedeutet, wenn man mit einem Ultra Weitwinkel Objektiv von 16mm fotografiert, beträgt die ideale Belichtungszeit 31,25 Sekunden. Da jedoch die Kamera ab einer Belichtungszeit von 30 Sekunden den Bulb Modus verlangt, habe ich mich entschieden die Belichtungszeit bei 16mm Brennweite auf 30 Sekunden festzulegen. Um die Illumination der Milchstraße eindeutig auf dem Foto erkennen zu können muss der Sensor innerhalb kürzester Zeit soviel Licht wie möglich aufnehmen. Daher stelle ich den ISO Wert recht hoch ein. Bei ISO 3200 sollte die von mir verwendete 5DMark III ein erträgliches Bildrauschen liefern. Die Blende muss weitestgehend geöffnet werden, hier sind Werte von 2,8 bis 4 empfehlenswert. Ich benutze das 16 – 35mm f/4 L IS USM Objektiv von Canon, mit einer Offenblende von f:4. Daher verwendet ich die Einstellungen: ISO 3200, f:4, t:30 Sekunden

Fokussierung:
Sollte der Fokus auf dem interessanten Vordergrund liegen? Oder fokussiere ich doch lieber auf den Sternenhimmel?
Bei einer Brennweite von 16mm und offener Blende ist die Hyperfokal Distanz bei 2,15m. Das bedeutet, dass alles das weiter als 1,08m von der Kamera entfernt ist, scharf abgebildet wird. Idealerweise ist das Vordergrundmotiv ca. 2,15m von der Kamera entfernt, dann kann man es mit einer Taschenlampe anleuchten und es per Autofokus anvisieren. Dadurch habe ich einen knackig scharfen Vordergrund und eine scharfe Abbildung der Milchstraße.
Möchte man lediglich den Sternenhimmel scharf abbilden, muss man auf unendlich fokussieren. Der Autofokus wird in der Dunkelheit nicht funktionieren, somit muss man bei Tageslicht den Fokus auf die unendliche Landschaft einstellen und sich die Position markieren, damit man in der Nacht die richtige Einstellung parat hat.
Ich persönlich bevorzuge eher die Methode mit dem Fokus auf einem interessanten Vordergrund unter Einbeziehung der hyperfokal Distanz. Dadurch bin ich flexibler und kann auch schnell mal die Perspektive ändern. Ein neues Scharfstellen auf den temporär angeleuchteten Vordergrund ist jederzeit möglich.

Zusammenfassung der Parameter:
Modus:
manueller Modus
Belichtungszeit: t = 500 / Brennweite bei Vollformat bzw. 300 / Brennweite bei APS-C
Blende: offen Blende 2,8 bzw. 4
ISO: 3000 bis 4000

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